BRANCHEN UND ANWENDUNGEN

Wo Modellierung für individuelle Bauprodukte anspruchsvoll wird

Wir arbeiten dort, wo Individualisierungen, Schichtaufbauten oder Varianten eine saubere Modellierung erfordern, von der LCA und EPD über den PCF und DPP bis zur Reduktionsstrategie.

WO WIR UNS AUSKENNEN

Produktgruppen, in denen wir zu Hause sind

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  1. BRANCHE 01

    Fassaden- & Dämmsysteme

    Fassaden- und Dämmsysteme umfassen eine sehr breite Material- und Aufbauwelt: WDVS und vorgehängte hinterlüftete Fassaden, Innendämmung und Perimeterdämmung sowie Flach- und Steildachaufbauten. Je nach System kommen mineralische Dämmstoffe wie Mineralfaser oder Schaumglas, organische Dämmstoffe wie EPS, XPS, PUR/PIR oder biogene Dämmstoffe wie Holzfaser, Hanf, Zellulose und Kork zum Einsatz.

    Dazu kommen sehr unterschiedliche Bekleidungen, von Klinkerriemchen und Faserzement über Metallpaneele und HPL bis zu mineralisch beschichteten Trägerplatten. Ergänzt werden die Aufbauten durch Putze, Armierungsgewebe, Befestiger und Unterspannbahnen. Dadurch wird die Variantenmatrix schnell groß. Familien- oder Durchschnitts-EPDs funktionieren hier nur dann sauber, wenn die Hintergrunddatensätze tatsächlich vergleichbar bleiben.

    TYPISCHE ECOVERITY-BEITRÄGE

    • Variantenmatrix-Audit vor EPD-Start: Was lässt sich zu einer Produktfamilie zusammenfassen, was muss separat betrachtet werden?
    • Schichtweise LCA-Modellierung mit konsistenter deklarierter Einheit über Aufbau-Typen, Bekleidungsvarianten und Dämmstoffvarianten hinweg
    • Vergleichende Materialstudien für Bekleidungs- oder Dämmstoffwechsel als CO₂-Reduktionshebel
  2. BRANCHE 02

    Brandschutzprodukte & technische Textilien

    Brandschutzprodukte und brandschutzbezogene technische Textilien sind stark durch Normen, Zulassungen und Prüfanforderungen geprägt. Dazu gehören passive Brandschutzbeschichtungen, Brandschutzplatten auf Calcium-Silikat-, Vermiculit- oder Spezialgips-Basis, Abschottungen für Kabel- und Rohrdurchführungen, Schotts und Manschetten, Branddichtungs- und Spachtelmassen, Brandschutzkleber, intumeszierende Streifen für Türen und Fugen, Brandschutzschäume sowie Stahlbeschichtungen für definierte Feuerwiderstandsklassen wie R30, R60 oder R90.

    Hinzu kommen Brandschutz-Textilien als eigene Aufbauklasse: Glasgewebe, beschichtete Aramid- und Carbon-Membranen, intumeszierende Kissen, textile Abschottungen und Schweißschutz-Lagen, die Brandübertragungswege über mehrere Schichten kontrolliert verzögern. Der Verifizierungs- und Zulassungsweg, etwa ETA oder EN 13501, läuft parallel zur EPD-Erstellung und muss mit der LCA-Modellierung zusammengedacht werden. Andere technische Textilien, etwa Putz- und Armierungsgewebe oder fassadenintegrierte Membranen ohne Brandschutzfunktion, ordnen wir methodisch der Branche „Fassaden- & Dämmsysteme" zu.

    TYPISCHE ECOVERITY-BEITRÄGE

    • Schichtweise LCA-Modellierung mit dokumentierter Material- und Reaktionschemie-Logik je Komponente
    • Familien-EPD nach EN 15804+A2 für Wandstärken-, Schichtdicken-, Aufbau- und Membranvarianten
    • Begleitung durch das Verifizierungsverfahren inklusive Klärungen zur Reaktionschemie und EN-13501-Performance
  3. BRANCHE 03

    Bauchemie & Abdichtungen

    Bauchemie und Abdichtungen umfassen eng verzahnte Produktsortimente: bitumenbasierte und kunststoffbasierte Dachabdichtungen, etwa PVC, EPDM, FPO oder TPO, Flüssigkunststoffe wie PUR, PMMA oder Polyurea, kunststoffmodifizierte mineralische Abdichtungen, mineralische Dichtungsschlämmen, Fugen- und Klebstoffe, Reaktionsharze, Fliesen-, Verlegungs- und Reaktionsharzkleber, Putze, Spachtel- und Vergussmassen, Estrichbindemittel, Imprägnierungen, Hydrophobierungen, Betonzusatzmittel sowie Anstriche, Lacke und Holzschutz.

    Die LCA-Modellierung muss dabei reaktive und nicht-reaktive Bestandteile sauber trennen. Gleichzeitig unterscheidet sich die Nutzungsphase je nach Produktklasse deutlich: Aushärtung, Reinigung, Wartungsintervalle oder Erneuerungszyklen können die Modellierung prägen und müssen nachvollziehbar abgebildet werden.

    TYPISCHE ECOVERITY-BEITRÄGE

    • LCA-Modellierung mit sauberer Trennung von Rohstoff-, Reaktions- und Hilfsstoffanteilen
    • Durchschnitts-EPD nach EN 15804+A2 für variantenreiche Sortimente mit konsistenter deklarierter Einheit
    • Use-Stage- und End-of-Life-Modellierung passend zur Produktklasse
  4. BRANCHE 04

    Boden- & Deckensysteme

    Boden- und Deckensysteme bestehen häufig aus mehreren Komponenten und Schichten. Trockenbau-Plattenwerkstoffe wie Gipskarton, Gipsfaser, Calcium-Silikat-Brandschutzplatten und Akustik-Funktionsplatten werden mit Tragprofilen, Befestigern, Fugenpapier, Spachtelmassen und Beplankungen zu vollständigen Wand-, Decken- und Bodensystemen kombiniert.

    Auch die Materialbasis bringt eigene Fragen mit: Bei Gips spielt die Datenbasis für Recyclat- und REA-Gips-Anteile eine wichtige Rolle. Abgehängte Akustikdecken können Mineralfaser-, Holzwerkstoff- oder Polyester-Deckenelemente enthalten. Hohl- und Doppelböden ergänzen das Sortiment zusätzlich. Viele Hersteller benötigen die LCA-Datenbasis nicht nur für EPDs, sondern auch für CSRD-E1-Datenpunkte im laufenden Reporting.

    TYPISCHE ECOVERITY-BEITRÄGE

    • LCA-Datenbasis, die EPD-, PCF- und CSRD-E1-Datenpunkte gleichzeitig speist
    • Recyclat-Anteils-Modellierung mit Werk- und Chargen-Variabilität
    • Durchschnitts-EPDs für Funktionsplatten und komplette Decken-, Wand- oder Bodensysteme
  5. BRANCHE 05

    Gebäudetechnik

    Gebäudetechnik umfasst haustechnische Mehrkomponenten-Systeme wie Wärmepumpen, Lüftungs- und Klimasysteme, Pumpen und hydraulische Komponenten, Sanitär-Vorwandinstallation, Armaturen und Wasserbehandlungstechnik sowie elektrotechnische Bauelemente wie Verteiler, Schaltgeräte, Kabeltrassen und Niederspannungsverteilungen.

    Die LCA-Komplexität entsteht vor allem durch die hohe Zahl an Komponenten je Gerät, die lange Nutzungsphase und die regulatorischen Anforderungen. Bei Wärmepumpen beispielsweise spielen Energieverbrauch über 15 bis 25 Jahre, fluorierte Kältemittel mit eigener Klimawirkung sowie sich schnell verändernde EU-Ökodesign- und F-Gas-Regulierungen eine zentrale Rolle. Der Wärmepumpenmarkt wächst stark: EPDs werden in Ausschreibungen, BAFA-/KfW-Förderprogrammen und kommenden EU-Anforderungen zunehmend relevant.

    TYPISCHE ECOVERITY-BEITRÄGE

    • LCA-Modellierung für Mehrkomponenten-Geräte mit klar dokumentierter Komponenten- und Materiallogik
    • Use-Stage-Modellierung mit szenarienbasierten Energiemixen und Wartungszyklen über die Gerätelebensdauer
    • EPDs nach EN 15804+A2 und produktspezifischen PCRs, passend zu Kunden- und Ausschreibungsanforderungen
  6. BRANCHE 06

    Funktionale Bauelemente

    Funktionale Bauelemente sind fertig montierbare Komponenten mit klar definierter bauphysikalischer Funktion. Dazu gehören Türen, Tore, Fenster, Glasbauelemente, Sonnen- und Wetterschutzsysteme, Lichtkuppeln und Lichtbänder, Trennwand-Module, Akustik-Bauelemente, Sanitär-Vorwandinstallationen, Treppen- und Brüstungselemente sowie Fertigteil-Wand- und Deckenmodule.

    Die Komplexität entsteht durch die Mehrkomponenten-Bauweise: Profil, Glas, Dichtung, Beschlag und Beschichtung müssen gemeinsam betrachtet werden. Zusätzlich spielt die lange Nutzungsphase eine wichtige Rolle, etwa durch Wartung, Reinigung, Austauschzyklen und Lebensdauerannahmen.

    TYPISCHE ECOVERITY-BEITRÄGE

    • LCA-Modellierung für Mehrkomponenten-Bauelemente mit dokumentierter Komponenten- und Materiallogik
    • Durchschnitts-EPDs für variantenreiche Sortimente, etwa Maße, Beschichtungen und Glasaufbauten
    • Use-Stage- und End-of-Life-Modellierung mit belastbaren Wartungs- und Lebensdauerannahmen

ANWENDUNGSBEISPIELE

Wie unsere Methodik in der Praxis ansetzt

Wir stellen 3 Fallstudien vor, um Ihnen einen Einblick in unsere Arbeit zu geben.

  1. FALLSTUDIE 01

    Erstellung einer Durchschnitts-EPD mit drei Schicht-Varianten

    AUSGANGSLAGE

    Der Hersteller produziert passive Brandschutzaufbauten in drei Wandstärken. Die Reaktionschemie ist identisch, die Schichtdicken unterscheiden sich. Eine Zulassungsdokumentation liegt bereits vor, eine veröffentlichte EPD bisher nicht. Gleichzeitig fragen Kunden die EPD mit hoher Dringlichkeit an.

    WIE WIR VORGEHEN

    Wir starteten mit einem Familien-Audit und prüften, ob die drei Varianten methodisch in einer Durchschnitts-EPD nach EN 15804+A2 zusammengefasst werden können. Danach modellierten wir den Aufbau schichtweise über eine konsistente deklarierte Einheit, dokumentierten die methodische Begründung und erstellten eine prüffähige Hintergrunddokumentation. Die Verifizierung über den IBU begleiteten wir inklusive der Beantwortung von Rückfragen des Verifizierers.

    WAS AM ENDE VORLIEGT

    Eine veröffentlichte Durchschnitts-EPD, ein ÖKOBAUDAT-konformer ILCD+EPD-Datensatz und eine Hintergrunddokumentation. Ein Pflegekonzept für die 5-jährige Gültigkeit ist Teil des Übergabepakets.

  2. FALLSTUDIE 02

    Product Carbon Footprint für CSRD-Reporting im Bestandsportfolio

    AUSGANGSLAGE

    Der Hersteller ist ein mittelständischer Bauproduktehersteller mit rund 30 Produktvarianten und unterliegt der CSRD-Berichtspflicht. Für einen Teil des Sortiments gibt es bereits eine LCA-Datenbasis, diese ist jedoch nicht durchgängig methodisch konsistent. Das Reporting-Team benötigt belastbare Datenpunkte für die CSRD, ohne dafür ein vollständiges LCA-Werk von Grund auf neu aufzubauen.

    WIE WIR VORGEHEN

    Wir priorisierten die wichtigsten 15 Produkte nach Umsatz- und Material-Hotspots. Bestehende LCAs wurden methodisch geprüft und dort gezielt aktualisiert, wo die Datenbasis nicht trägt. Anschließend berechneten wir den PCF pro Produkt und bereiteten die Ergebnisse anschlussfähig an die CSRD-Datenpunkte auf. Für größere Datenlücken erstellen wir ein Lieferanten-Engagement-Konzept.

    WAS AM ENDE VORLIEGT

    Konsistente PCF-Datensätze für die priorisierten Produkte, eine dokumentierte Methodik-Brücke zu den ESRS-E1-Datenpunkten und ein Engagement-Plan für Scope-3-Lieferantendaten. Die Datenbasis bleibt für spätere EPD-Erstellungen wiederverwendbar.

  3. FALLSTUDIE 03

    Materialsubstitution: Mineralfaser zu Hanf

    AUSGANGSLAGE

    Der Hersteller entwickelt Akustik-Funktionsplatten im Trockenbau-Sortiment und prüft eine biogene Variante seines Mineralfaser-Sortiments. Erste Hanffaser-Prototypen liegen vor. Das F&E-Team braucht jedoch eine belastbare Vergleichsbasis: Welche Umweltwirkung hat die Substitution wirklich und wie entwickeln sich Verfügbarkeit und Preis mittelfristig?

    WIE WIR VORGEHEN

    Wir verglichen beide Varianten über eine LCA mit identischer deklarierter Einheit und gleichem Funktionsniveau. Zusätzlich erstellten wir eine Trade-off-Matrix für CO₂-Wirkung, weitere Wirkungskategorien, Performance-Indikatoren sowie Annahmen zu Verfügbarkeit und Preis. Daraus leiteten wir ein Pilotkonzept für eine begrenzte Markteinführung ab.

    WAS AM ENDE VORLIEGT

    Ein Empfehlungsbericht mit dokumentierter Trade-off-Matrix, der dem F&E-Team eine belastbare Entscheidungsgrundlage liefert. Die Annahmen sind klar gekennzeichnet und können später durch Praxisdaten validiert werden. Optional kann der Bericht als Eingangsdokument für eine spätere EPD der biogenen Variante genutzt werden.

KEIN TREFFER

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