Ein Bauprodukt besteht nicht nur aus Material. Es besteht auch aus Informationen: Welche Rohstoffe wurden eingesetzt? Welche Umweltkennwerte liegen vor? Wie kann das Produkt später getrennt, wiederverwendet oder recycelt werden? Welche Nachweise gibt es bereits? Und welche Daten braucht ein Kunde, Planer oder öffentlicher Auftraggeber, um das Produkt überhaupt noch bewerten zu können?
Genau hier setzt der Digitale Produktpass, kurz DPP, an. Er ist eine strukturierte digitale Datensammlung zu einem Produkt. Man kann ihn sich wie einen digitalen Produktausweis vorstellen: Alle relevanten Informationen werden an einem Ort gebündelt, klar geordnet und so bereitgestellt, dass sie nicht nur von Menschen gelesen, sondern auch von Software-Systemen verarbeitet werden können.
Dazu gehören zum Beispiel Informationen zur Materialzusammensetzung, Umweltkennzahlen aus LCA oder EPD, Angaben zu Recycling und Rückbau, technische Produktdaten, Zertifikate sowie ausgewählte Lieferketteninformationen. Der DPP macht diese Daten nicht automatisch besser, aber er sorgt dafür, dass sie auffindbar, vergleichbar und anschlussfähig werden.
Für Bauprodukte wird der Digitale Produktpass durch neue europäische Vorgaben immer relevanter. Besonders wichtig sind dabei die EU-Bauprodukteverordnung und die Ökodesign-Verordnung. Beide zielen darauf ab, Produktinformationen transparenter und digital nutzbar zu machen. Ab 2027 wird die Einführung schrittweise konkreter. Gleichzeitig fragen viele Generalplaner, öffentliche Bauherren, große Verarbeiter und CSRD-pflichtige Kunden schon heute detailliertere Produktdaten an.
Der Druck entsteht dabei oft nicht direkt durch eine Behörde, sondern entlang der Lieferkette. Ein großer Bauherr benötigt Daten für ein Projekt. Der Generalplaner fragt beim Hersteller an. Der Hersteller fragt bei seinen Zulieferern nach. So wandern die Anforderungen Stück für Stück nach unten, bis auch kleinere und mittelständische Hersteller liefern müssen.
Wer den Digitalen Produktpass erst dann aufsetzt, wenn er verpflichtend wird, arbeitet unter Zeitdruck und wird mit erheblichen Kosten konfrontiert werden. Es müssen Datenquellen gesucht, Zuständigkeiten geklärt, ERP-Systeme angebunden, fehlende Umweltkennwerte ergänzt und Produktdaten strukturiert werden. Alles gleichzeitig. Wer früher mit der Vorbereitung beginnt, kann diesen Prozess kontrolliert aufbauen.
Deshalb betrachten wir den DPP nicht als isoliertes IT-Projekt. Ein sinnvoller Digitaler Produktpass beginnt mit der Frage: Welche Daten sind bereits vorhanden und welche müssen erst belastbar aufgebaut werden? Häufig liegen wichtige Informationen schon vor: in EPDs, LCAs, technischen Datenblättern, ERP-Systemen, Stücklisten, Rezepturen oder Lieferantendokumenten. Entscheidend ist, diese Daten sauber zuzuordnen, zu strukturieren und nicht doppelt zu pflegen.
Genau dort setzt ecoverity an. Wir mappen vorhandene EPD-Datenpunkte, LCA-Ergebnisse und ERP-Stammdaten auf eine DPP-Struktur. In einem DPP-Projekt zeigen wir konkret, welche Daten bereits nutzbar sind, welche fehlen, welche Schnittstellen notwendig werden und wie ein Digitaler Produktpass für Ihre Produktwelt aussieht.
So wird aus einer kommenden Pflicht kein hektisches Datenprojekt, sondern ein geordneter Einstieg in digitale, prüffähige und wiederverwendbare Produktinformationen. Wir schaffen Klarheit, bevor die Anforderungen verpflichtend werden und legen gemeinsam die Grundlage spätere DPPs effizienter, konsistenter und mit weniger Aufwand umzusetzen.